Der Schloss- und Kulturbetrieb informiert

19.01.2017

Programmplan bis 2020 und
strategische Schwerpunkte

Schloss- und Kulturbetrieb (Fotos: Jens-Paul Taubert)

Nach dem Tätigkeitsbeginn des Altenburger Schloss- und Kulturdirektors Christian Horn im Juni letzten Jahres legt der Kulturbetrieb Residenzschloss Altenburg nunmehr die Programmplanung für die kommenden vier Jahre vor. Mit Leuchtturmveranstaltungen und Neuerungen im Ausstellungsbereich soll eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit erzielt werden. „Mir ist keine Stadt in Mitteldeutschland bekannt, die aus über zehn Jahrhunderten authentische Bauzeugen in solcher Breite vorweisen kann. Mit einer besseren Vermittlung dieses Schatzes und der Steigerung des Erlebniswertes unserer Angebote will der Schloss- und Kulturbetrieb stärker punkten“, so Horn.
Das nun vorgelegte Programm umfasst Ausstellungs- und Veranstaltungshöhepunkte. Weitere Schwerpunkte liegen auf einer Verbesserung des Führungsangebotes und der Intensivierung von Workshop-Angeboten.
Die Ausstellungs- und Veranstaltungsplanung für die kommenden vier Jahre ist ehrgeizig. Zugleich strebt der Schloss- und Kulturbetrieb mit dieser langfristigen Festlegung eine effizientere Arbeitsorganisation an. Dies auch vor dem Hintergrund klammer kommunaler Kassen und der Notwendigkeit, Vorlaufzeiten zur Drittmitteleinwerbung zu schaffen. Es setzt die Fortsetzung der städtischen Zuwendungen auf vergleichbarem Niveau vergangener Jahre im städtischen Haushalt 2017/18 voraus, der derzeit in der Abstimmung ist.
Die frühe öffentliche Bekanntmachung der Themen ist auch ein Bekenntnis zu einem weitreichenden und kreativen Dialog mit Fachleuten und dem Besucherpublikum. „Wir rechnen durchaus noch mit einigen Änderungen. Aber das wird uns im Sinne frühzeitiger Korrekturen und Verbesserungsmöglichkeiten im Ergebnis letztlich gut tun“, so Horn.
Mit der bereits seit 2014 eingerichteten Ausstellung „Spalatin“ ist man für das Jubiläumsjahr der Reformation bestens vorbereitet. Bereits für den September dieses Jahres hat man sich das erste große neue Ziel gesetzt. Die Dauerausstellung der herzoglichen Gemächer soll in der zweiten Schlossetage erheblich erweitert werden. Erstmals werden die dortigen Repräsentationsräume dann durchgängig und auch außerhalb der Führungen offen stehen. Sie werden der Geschichte der jüngeren herzoglichen Linie bis in das Jahr 1918 gewidmet sein.

Für Bürgerinnen und Bürger, die zu der Restaurierung und dem Erwerb bestimmter Exponate mit einer Spende beitragen möchten, sind weitere Informationen und Bilder der Exponate auf der Internetseite des Schloss- und Kulturbetriebes abrufbar.
Für das Jahr 2018 plant der Schloss- und Kulturbetrieb eine Sonderausstellung unter dem Titel „Intrige im Goldsaal“. Sie wird außergewöhnliche Perspektiven auf die vielfältigen Sammlungsbereiche des Hauses bieten und auch eine Selbstbefragung des künftigen Umgangs mit ihnen sein. Die Konzeption ist auch im Hinblick auf die landesweite Vermarktungsoffensive der Schlössertage 2018 vorgenommen worden, die unter dem Motto „Aufgeregt! Skandale, Intrigen, Seitensprünge“ in ganz Thüringen stattfinden werden.
Im Jahr 2019 wird das herausragende Ausstellungsvorhaben die Sammlung Fotoatelier Kersten sein. Der Bildschatz des ehemaligen Altenburger Fotostudios wurde über drei Besitzergenerationen zusammengetragen und ist einschließlich historischer Studioausstattungen erhalten. In diesem Umfang gibt es in ganz Deutschland lediglich eine Handvoll vergleichbarer Sammlungen. Die Sonderausstellung unter dem derzeitigen Arbeitstitel „Stadt Mensch Geschichten“ wird regional von Interesse sein, soll aber auch überregionales Fachpublikum ansprechen.
Für das Jahr 2020 ist schließlich eine Ausstellung zum Thema Sepulkralkultur in Vorbereitung. Sie ist der fürstlichen Trauer- und Erinnerungskultur gewidmet und in ihr werden wertvolle Stücke aus den Sammlungen des Residenzschlosses präsentiert werden. Die Fürstengruft in der Schlosskirche und die Restaurierung ihrer Särge ist Teil dieser Ausstellungsplanung.
Im Gegenzug zu diesem umfangreichen Programm größerer Sonderausstellungen sollen kleinere Ausstellungsformate ab dem Jahr 2018 reduziert werden, um die Kräfte für die großen Sonderausstellungsvorhaben zu bündeln. In diesem Jahr werden als weitere temporäre Ausstellungen „Die Loge in der Karikatur“ (ab 4. Februar), die Osterausstellung (2.-30.4.) und ab dem 14. Mai die 10. Thüringer Landesfotoschau im Schloss zu sehen sein. Im Rahmen der Thüringer Schlössertage wird die Fotoausstellung „Luther nachgeblickt …“ eröffnet werden.
Im Veranstaltungsbereich arbeitet der Schloss- und Kulturbetrieb in den kommenden Jahren vor allem an der weiteren Profilierung bestehender Veranstaltungsformate. Das Klassik Open Air spielt auf dem Altenburger Marktplatz in einer der wohl schönsten städtischen Konzertkulissen Deutschlands. Die Museumsnacht bietet im Verbund mit dem Lindenau-Museum und dem Mauritianum ein hochwertiges und mehr als abendfüllendes Kulturangebot für Jung und Alt in idyllischer Atmosphäre des Schlossparkes. „Wir müssen das Rad hier nicht neu erfinden, wir möchten aber verstärkt mit unseren Partnern wie dem Lindenau-Museum, dem Mauritianum und Theater- und Philharmonie Thüringen über weitere überregionale Bewerbungsmöglichkeiten nachdenken“, so die Marketingansprechpartnerin des Schloss- und Kulturbetriebes Susanne Stützner.
In der Analyse von Zielgruppen, touristischem Mehrwert und finanziellen Aufwendungen hat sich gezeigt, dass die Investitionen in das Stadtfest nicht mehr lohnenswert erscheinen. Hinzu kommt, dass vielfältige andere Veranstaltungsangebote, die in den letzten Jahren insbesondere über die Sommermonate immer größere Beliebtheit gewonnen haben, Funktionen des Stadtfestes mit abdecken. Das Stadtfest wird daher ab diesem Jahr nicht mehr fortgeführt. Die frei werdenden finanziellen Mittel werden zur weiteren Profilierung des Programmangebotes des Bauernmarktes im Herbst eingesetzt. Hierdurch werden die städtischen Organisatoren und Interessenvertreter der Landwirtschaft in ihren Bemühungen zur weiteren Entwicklung des Marktes unterstützt. Verschiedene Angebote zur Ausgestaltung des Ernte-Dank-Festes sind dazu in der Vorbereitung. Im Jahr 2018 wird außerdem das Jubiläum „200 Jahre Bauernreiten“ in ein Trachtenfest und Landeserntedankfest in Altenburg integriert.
Schließlich plant der Schloss- und Kulturbetrieb für den Sommer 2018 eine künstlerische Intervention in der Schlossfassade. Mit einem national und international nachgefragten Künstler ist eine Konzeption erarbeitet. Nun hofft man, die notwendigen Fördermittel zur rechtzeitigen Verpflichtung des Künstlers einwerben zu können.
Im Bereich der Workshops und Akademien stärkt der Schloss- und Kulturbetrieb sein Angebot. Die Kartenmacherwerkstatt wird ab Februar alle zwei Wochen sonntags zusätzlich zum bisherigen Angebot ihre Türen öffnen. Die Orgelakademie unter der langjährigen erfolgreichen Leitung des Schlossorganisten Felix Friedrich wird auch im 26. Jahrgang national und international gefragt sein. Die im Schloss- und Kulturbetrieb koordinierte Mitspielerakademie bringt sich in diesem Jahr mit rund 30 Laiendarstellern in die Theaterproduktion „Cohn Bucky Levy“ von Theater und Philharmonie Thüringen ein. Mit einer für das Jahr 2018 geplanten mehrtägigen Akademie für ziviles Engagement, die gemeinsam mit dem Förderverein Paul-Gustavus-Haus realisiert werden soll, soll ein Podium für ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürgern geschaffen und deren Engagement unterstützt werden.
„Workshops, Akademien, aber auch der Ausbau unseres Führungsangebotes sind für uns zentral“, so Horn. „So raffiniert kulturelle Vermittlungskonzepte heutzutage technologisch und im Marketing auch sind, sie werden den persönlichen Dialog nicht ersetzen, um sich als vielseitiger und offener Erlebnisort von Kultur und Geschichte positiv zu positionieren.“
Die Roten Spitzen und Nikolaiturm werden von Mai bis Oktober von Freitag bis Sonntag geöffnet sein. Damit können die im vergangenen Jahr eingeschränkten Öffnungszeiten nicht nur wieder deutlich ausgedehnt werden. Auch macht die Unterstützung des Förderverein Quartier Rote Spitzen es möglich, dass der Nordturm an über ein Dutzend Wochenenden zur Besteigung geöffnet sein wird.
Den Dialog zur weiteren Entwicklung des Kulturstandortes Altenburg führt der Schloss- und Kulturbetrieb außerdem im Kreis weiterer öffentlicher Kultureinrichtungen in Altenburg. Hierzu hat im Dezember die Arbeit an einer Kulturkonzeption für die Stadt Altenburg begonnen. Die Vielfalt der kulturellen Angebote aller Akteure öffentlich besser sichtbar zu machen, ist ein zentrales Arbeitsziel. Der enge Austausch mit dem neuen touristischen Vermarkter des Altenburger Landes findet dazu ebenso statt. Auch sollen in den Abstimmungsprozess ehrenamtliche Kulturakteure einbezogen werden und die Rückkopplung mit politischen Vertretern erfolgen.


ÖFFNUNGSZEITEN IM ÜBERBLICK


Residenzschloss Altenburg

Dienstag – Sonntag 9.30 – 17.00 Uhr

Kartenmacherwerkstatt

Donnerstag – Medien-und Drucktag
Sonntag – Drucktag in der Werkstatt
Jeweils ab 14.00 Uhr
(ohne Voranmeldung/ ab 6. 2. 2017 mit Sonntag beginnend)

Während der Ferien in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen zusätzlich:
Ferienaktion in der Druckwerkstatt
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag ab 10.00 – 12.00 Uhr / 13.00 – 15.00 Uhr (ohne Voranmeldung)
5,00 € (ohne Eintritt in das Residenzschloss Altenburg)
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Rote Spitzen / 1. Mai – 31. Oktober

Freitag bis Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr

Besteigung des Nordturms:
06. und 07. Mai
03. und 04. Juni
01. und 02. Juli
29. und 30. Juli
26. und 27. August
23. und 24. September
21. und 22. Oktober

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Flaschenturm mit Panoramabild

Dienstag – Sonntag 9.30 – 17.00 Uhr
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Hausmannsturm / 1. Mai – 31. Oktober

Dienstag – Sonntag 9.30 – 17.00 Uhr
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Nikolaiturm / 1. Mai – 31. Oktober

Freitag bis Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr
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