Neujahrsempfang mit Überraschung

03.02.2017

Klare Worte, verdiente Ehrung

Neujahrsempfang

Der Goldene Pflug war einmal mehr Schauplatz des Neujahrsempfangs, zu dem die Ewa (Energie- und Wasserversorgung Altenburg), die Stadtwerke, die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) und die Stadt gemeinsam eingeladen hatten. Circa 400 Gäste erlebten einen interessanten Abend, der – eingebettet in Reden und Ehrungen – auch ein überraschendes Schauspiel bot.
Nach dem musikalischen Auftakt, für den der Jugendchor des Altenburger Friedrichgymnasiums sorgte, ergriff Oberbürgermeister Michael Wolf das Wort. In seiner engagierten Neujahrsrede richtete er den Blick nach vorn. Seine Botschaft an die Zuhörer, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport: Wenn es gemeinsam gelingt, das enorme historische Potenzial der 1000-jährigen Stadt zur Geltung zu bringen und zugleich offen für Neues zu sein, dann wird sich Altenburg gedeihlich entwickeln.
Im ersten Teil seiner Ausführungen benannte der Oberbürgermeister die aktuellen Schwerpunkte seiner Arbeit, darunter die Bewerbung um die Landesgartenschau (Laga) 2024. „Diese Vision erfordert enorme Ressourcen und ist Chance und Fluch gleichermaßen“, so Michael Wolf. Für den Fall, dass Altenburg den Zuschlag für die Ausrichtung der Laga erhält, müsse eine „Herkulesaufgabe“ gestemmt werden. Um das erforderliche Geld zu beschaffen, müssten beispielsweise Wohnungen oder Anteile städtischer Gesellschaften verkauft werden. Oberbürgermeister und Stadträte müssten „wegweisende Entscheidungen“ treffen. Der Redner sagte: „Wir werden abwägen müssen, ob die Chance der Ausrichtung einer Landesgartenschau die Nachhaltigkeit bringt, die es rechtfertigt, Vermögen an anderer Stelle aufzugeben.“
In der Neujahrsrede kündigte das Stadtoberhaupt zudem bedeutende Investitionen an. So würden die Gewerbegebiete Poststraße und Poschwitz mit Millionenaufwand weiter entwickelt, was es den ansässigen Unternehmen ermögliche, weiter zu wachsen. Millionen fließen demnach auch in Schulen, Straßen und Bauprojekte. Der Oberbürgermeister plädierte dafür, die Niedrigzinsphase zu nutzen und anstehende Investitionen wenn nötig auch mit Fremdmitteln zu finanzieren, schließlich sei es in den letzten 16 Jahren gelungen, die Schulden der Stadt von 41,3 auf 13,5 Millionen Euro zu senken.
Der Redner nutzte den Neujahrsempfang für einige klare Worte zum Thema Gebiets- und Kreisreform. Zwar benötige Thüringen effizientere Strukturen, deren Schaffung dürfe aber nicht zur Schwächung der zentralen Orte führen. Michael Wolf: „Eine Region kann nur so stark wie ihr Zentrum sein. Die Landesregierung hat die Pflicht, zentrale Orte nachhaltig zu stärken und sie nicht auf dem Altar der Freiwilligkeitsphase für dörfliche Großkommunen mit unzähligen Ortsteilen zu opfern.“ Und weiter: „Ein gemeinsamer Kreis mit dem Oberzentrum Gera ist nicht zielführend für unsere Region.“ Der Oberbürgermeister plädierte erneut für die Beibehaltung des Kreissitzes in Altenburg, die Stadt biete dafür in vielerlei Hinsicht die besten Voraussetzungen.
Nachdem der Oberbürgermeister seine Ansprache beendet hatte, erhielten sowohl der neue Schloss- und Kulturdirektor Dr. Christian Horn als auch der Projektleiter der Tourismusinformation Altenburger Land, Matthias Hundt, die Gelegenheit, sich und ihre jeweiligen Vorhaben in den Bereichen Kultur und Tourismus vorzustellen.


Neujahrsempfang

Kurz darauf erlebten die Gäste des Neujahrsempfangs dann eine Feuerwehrübung mit. Nachdem ein Fernsehgerät in Flammen stand, brachten die alarmierten Feuerwehrmänner eine Familie in Sicherheit und löschten den Brandherd. Die überraschende Inszenierung eines Wohnungsbrands bildete den eindrucksvollen Auftakt der traditionellen Ehrung verdienter Ehrenamtlicher, diesmal allesamt engagierte Feuerwehrleute. Der Oberbürgermeister nahm die Ehrung vor und sagte in seiner Laudatio: „Ich zolle Ihnen höchsten Respekt“.

Neujahrsempfang (Fotos: Ronny Seifarth)

Insgesamt wurden 14 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren geehrt: Ingo Posmik (Paditz), René Gübner (Paditz), Holger Posmik (Paditz), Michael Etzold (Ehrenberg), Thoralf Hecht (Ehrenberg), Timo Graichen (Ehrenberg), Dietmar Neubert (Altenburg), Tom Zimmermann (Altenburg), Florian Körner (Altenburg), Stephan Fischer (Altenburg und Kosma), Stefan Franke (Altenburg und Kosma), Hartmut Sperling (Kosma), Uwe Fischer (Altenburg) und Andreas Schnoor (Kosma). Neben einer Urkunde und einem Buch über das Residenzschloss erhielt jeder Geehrte noch einen Tankgutschein – ein passendes Präsent.
Der Neujahrsempfang 2017 endete, wie er begonnen hatte: Mit einem Auftritt des Jugendchors des Altenburger Friedrichgymnasiums.


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