Neues Exponat im Residenzschloss

12.07.2017

Der Bär ist da!

Residenzschloss Restaurator Mario Gawlik zeigt das Bärenfell. (Foto: Residenzschloss)

Breite Pranken, weiches Fell und ein Konterfei wie aus dem Steifftier-Katalog: so liegt die einst in den Karpaten erlegte Braunbärin nun in Räumlichkeiten des Residenzschlosses Altenburg. Denn hier wird sie ab dem 23. September im neuen Dauerausstellungsbereich der Jüngeren herzoglichen Linie zu sehen sein.
Bären im Residenzschloss sind indes, zumindest historisch betrachtet, nichts Außergewöhnliches. Man erzählt sich noch heute, ein verkohltes Exponat sei nach dem Brand des Kirchsaales im Jahr 1905 über den Schlosshof hinausgetragen worden. Und es hätte einen ausgestopften Bären im Schloss mit einer Laterne in der Pranke gegeben.
Das neue Exponat ist nun unter Beachtung der strengen Artenschutzauflagen und ausgestattet mit allen notwendigen Zertifikaten eingetroffen. „Präpariert wurde die Bärin von Experten, die auch für den Zoo Frankfurt arbeiten“, sagt der ehemalige Besitzer, ein Lebensmittelhändler aus Süddeutschland. Die Geschichte, wie er ehedem in den Besitz der Bärin gekommen ist, klingt heute zumindest etwas gewöhnungsbedürftig: Tiefgekühlt traf die in Osteuropa erlegte Bärin in den 1970er-Jahren in Frankfurt ein, wo sie vor dem Lebensmittelgeschäft als Attraktion angebunden wurde, während der Tauprozess einsetzte. Das Fleisch wurde teuer verkauft, Fell und Kopf wurden zum Präparator gegeben.
Im Altenburger Residenzschloss hat man nun in dieses Exponat investiert, um die frühere Ausstattung der herzoglichen Gemächer in der ersten Schlossetage wieder herzustellen. Teil des künftigen Ausstellungsbereiches ist das Raucher- und Jagdzimmer. Hier zogen sich der letzte regierende Herzog Ernst II. und seine Gäste zurück. Dass dort vor dem Kamin bereits vor über hundert Jahren ein Bärenfell gelegen hat, belegt die einzige überlieferte Fotografie des Raumes. Nach ihrem Vorbild, auf Basis von Recherchen in historischen Dokumenten und mittels historischer Befunde wird derzeit die Rekonstruktion des Raumes vorgenommen. Das originale Intarsienparkett ist inzwischen aufbereitet, historische Farbbefunde liegen vor und die Wände sind entsprechend wieder gestrichen. Dabei freigelegte Bohrungen an den Wänden weisen auf die historische Hängung von Geweihen und weiteren Jagdtrophäen hin.
Zur Wiederherstellung der herzoglichen Gemächer sind indes weitere Exponate, die abhandengekommen sind, zu erwerben oder als Leihgaben einzuholen. „Die Eröffnung des neuen Dauerausstellungsbereiches zur jüngeren herzoglichen Linie“, so Museumsleiterin Uta Künzl, „ist auch eine Reise in die Geschichte unserer Sammlungen und der Schlossausstattungen. Wir stehen im engen Dialog mit weiteren Kultureinrichtungen und werden im Vorfeld der Ausstellungseröffnung über weitere Zugänge von Exponaten berichten.“


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