OB-Wahl 2018: Amtsinhaber tritt nicht erneut an

02.11.2017

Auch Bürgermeisterin stellt Amt zur Verfügung

Im kommenden Jahr wird es in Altenburg einen neuen Oberbürgermeister geben. Amtsinhaber Michael Wolf kündigte in dieser Woche an, bei den turnusgemäßen Wahlen im Frühjahr nicht erneut anzutreten. Der Entschluss, nach fast 18 Jahren im Amt die Verantwortung in andere Hände zu legen, sei in den vergangenen Monaten und Wochen gereift, so das Stadtoberhaupt vor der Presse. Neben Wolf kündigte auch Bürgermeisterin Kristin Moos an, keine weitere Amtszeit anzustreben.
Für seine Entscheidung führte der Oberbürgermeister vier Hauptgründe an, die letztlich ausschlaggebend gewesen seien.
Erstens: Michael Wolf möchte in Zukunft mehr Zeit für seine Familie haben.
Zweitens: Die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat sei in jüngster Zeit unbefriedigend gewesen, der Oberbürgermeister beklagte eine Art Blockadehaltung des Stadtrats. Vieles werde aus Prinzip in Frage gestellt. „Einerseits möchte jeder mitbestimmen, andererseits steht man als Oberbürgermeister ganz allein in der Verantwortung, wenn Erfolge ausbleiben“, so das Stadtoberhaupt.
Drittens: Die Finanzausstattung der Kommune sei „nicht auskömmlich“, es fehle überall Geld, um Altenburg weiter voran bringen zu können. Die erfolgreich betriebene Konsolidierungspolitik gerate an ihre Grenzen, so der Oberbürgermeister. So betrug der Schuldenstand der Stadt zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2000 mehr als 41 Millionen Euro (Kernhaushalt ohne Eigenbetriebe), zum 31. Oktober dieses Jahres seien es noch knapp 14 Millionen Euro. Demnach sind in 17 Jahren mehr als 27 Millionen Euro Schulden abgebaut worden. Trotzdem werde der finanzielle Spielraum der Stadt immer geringer. „Ich will kein Bürgermeister sein, der die Schulträgerschaft abgeben muss, weil er Schulen nicht mehr halten kann oder der freiwillige soziale Aufgaben streichen muss. Ich möchte entwickeln, nicht abwickeln“, so Michael Wolf.
Schließlich kritisierte der Oberbürgermeister, dass – viertens – auf höherer Ebene zu wenig entschieden werde. Als Beispiele nannte er die Gebietsreform, die Landesgartenschau und die Vergabe von Fördermitteln. „Die Landespolitik und die Landesbehörden treffen keine klaren Entscheidungen, unter dieser Wankelmütigkeit leide ich sehr“, so das Stadtoberhaupt.
Seine berufliche Zukunft ließ der 55-Jährige offen, versicherte aber, sich weiter ehrenamtlich für Altenburg engagieren zu wollen.

Altenburgs Bürgermeisterin Kristin Moos, die dieses Amt seit zwölf Jahren innehat, strebt aus persönlichen Gründen keine weitere Amtszeit an.

Oberbürgermeister Michael Wolf wird die Amtsgeschäfte noch bis zum 30. Juni 2018 führen, die Amtszeit von Bürgermeisterin Kristin Moos läuft am 31. August 2018 aus.


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