Schloss- und Kulturbetrieb

24.01.2018

Schloss- und Kulturbetrieb stellt neues Jahresprogramm vor und verkündet Besucherzuwachs im vergangenen Jahr

Open Air auf dem Altenburger Markt. Open Air auf dem Altenburger Markt. (Foto: Silke Arnold)


Mit dem Rückenwind eines deutlichen Besucheranstiegs im vergangenen Jahr startet der Schloss- und Kulturbetrieb Residenzschloss Altenburg in die neue Kultursaison. Zu den Höhepunkten in diesem Jahr gehören im Mai die Ausstellung „Intrige im Goldsaal“ und die vier Aktionstage „Stadtmensch“, außerdem im Oktober ein umfangreiches Programm anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Altenburger Bauernreitens. Erfolgreiche bekannte Angebote wie die Museumsnacht, das Altenburger Musikfestival oder das Klassik Open Air werden fortgeführt.
In den Ausstellungen, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen des städtischen Kulturbetriebes wurden in diesem Jahr insgesamt 62.148 Besucher gezählt (Vorjahr 52.784). Damit nutzten gut 9.000 Menschen mehr als im Vorjahr die Angebote des Kulturprogramms.
Höhepunkt der vergangenen Saison im Bereich der Ausstellungen war die Eröffnung des neuen Ausstellungsbereiches „Herzogliche Gemächer 19./20. Jahrhundert“. Sie fand auch überregional großen Anklang und rückte das Altenburger Residenzschloss weiter auf Augenhöhe mit Reisezielen wie Weimar, Meißen oder Gotha. Traditionell erwies sich zudem die Weihnachtsausstellung als Publikumsrenner. Sie bleibt noch bis zum 25. Februar dieses Jahres geöffnet. Gegenüber dem Vorjahr wurden in den Sehenswürdigkeiten und Ausstellungen knapp 8.000 Besucher mehr gezählt.


In diesem Jahr 200-jähriges Jubiläum des Altenburger Bauernreitens. (Foto: Silke Arnold)

Auch in der zweiten Sparte des Kulturbetriebes, dem Veranstaltungsbereich, fanden die Angebote große Resonanz. „Wir konnten mit den Klassik Open Air wiederum über 1.400 Personen auf dem Marktplatz begrüßen“, so Susanne Stützner. Das Inselzoofest bleibt ein Klassiker. Und auch zu den Konzerten auf dem Residenzschloss, die von den Internationalen Sommerorgelkonzerten, über das Altenburger Musikfestival, den MDR-Musiksommer bis hin zu Gastspielen von Theater&Philharmonie Thüringen reichten, kamen auf dem Nachfrageniveau der vergangenen Jahre tausende Besucher. Insgesamt zählte der Kulturbetrieb in seinen Veranstaltungen im vergangenen Jahr gut 1.000 Besucher mehr als im Vorjahr.

In der dritten Sparte, der Vermietung von Liegenschaften an Dritte unter anderem für Firmenveranstaltungen, Hochzeiten oder Filmproduktionen, wurden die Jahres-erwartungen mit vielfältigen Nutzungsanfragen ebenfalls übertroffen. Besonders umfangreich waren die Dreharbeiten für die Filmproduktion „Die jungen Jahre der Astrid Lindgren“, die über zwei Wochen im Marstall und im Residenzschloss stattfanden. Die dänische Filmproduktion kommt in diesem Jahr in die Kinos.


Paul-Gustavus-Haus Am 7. Februar stellen sich die Akteure im Paul-Gustavus-Haus zum Informationsaustausch vor. (Foto: Ronny Seifarth)

Erhebliche personelle Kapazitäten des Schloss- und Kulturbetriebes fließen seit gut einem Jahr in die Erarbeitung einer Kulturkonzeption für Altenburg. Sie wurde mit einer Reihe von Workshops begonnen. Hierzu kommen wie gemeldet, Vertreterinnen und Vertreter der in Altenburg ansässigen öffentlichen Kultureinrichtungen, außerdem ein Vertreter des Fördervereins Zukunftswerkstatt Paul-Gustavus-Haus Altenburg, Tourismusexperten sowie Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses des Stadtrates der Stadt Altenburg zusammen. Die bis dato erarbeiteten Ergebnisse werden Gegenstand eines Bürgerdialoges mit privatwirtschaftlichen und ehrenamtlichen Kulturakteuren am 30. Januar um 15 Uhr im Golden Pflug sein. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Schloss- und Kulturbetrieb wird hierüber gesondert informieren.

Weiterhin wird der Schloss- und Kulturbetrieb zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres seinen Masterplan 2018-2028 vorlegen. Im Hinblick auf mögliche Entwicklungs- und Investitionsschwerpunkte wird dann mit der Stadtverwaltung und den politischen Gremien der Stadt zu beraten sein. Der Masterplan 2018-2028 wird in enger Verzahnung mit der Kulturkonzeption Altenburg und der Tourismusstrategie Altenburger Land erarbeitet.
Das Ziel, Kreativität und öffentliche Dialog zu befördern, verfolgen der Schloss- und Kulturbetrieb und der Förderverein Zukunftswerkstatt Paul-Gustavus-Haus Altenburg e.V. gemeinsam mit vier Aktionstagen im Mai dieses Jahres. Sie stehen unter dem Motto „Stadtmensch“ und machen vielfältiges ehrenamtliches Engagement und Maßnahmen zum Gemeinwohl sichtbar. Eine bereits bestehende Internetseite informiert ausführlich (www.stadtmensch.org). Am 7. Februar um 18 Uhr stehen die Akteure außerdem im Paul-Gustavus-Haus für Bürgerinnen und Bürger zum Informationsaustausch über die Aktionstage bereit. Weitere Mitstreiter sind gesucht. Dieser Informationsveranstaltung folgt um 19 Uhr ein öffentlicher Impuls-Vortrag des Leipziger Quartiersmanagers Stephan Grandke, der mit für die Entwicklung der Georg-Schumann-Straße verantwortlich ist.


Mitspielerakademie Ein Aushängeschild für Altenburg ist auch die Mitspielerakademie. (Foto: Silke Arnold)

Unter dem Motto „Entdecken, Erleben, Begeistern“ und mit den Vorbereitungen der kommenden Ausstellungen und Veranstaltungen schärft der Schloss- und Kulturbetrieb sein Profil als Ort des kreativen Erlebens von Geschichte und Kultur. Die Kartenmacherwerkstatt, die Thüringische Orgelakademie und die Mitspielerakademie sind bereits bestehende Aushängeschilder hierfür. Auch das ungewöhnlich reiche und vielfältige Führungsprogramm des Schloss- und Kulturbetriebes unterstreicht das Bemühen, über Geschichte lebendig zu erzählen. „Die Führungsangebote sind in diesem beeindruckenden Umfang von wöchentlich über 20 festen Führungsterminen zuzüglich der individuellen Terminvereinbarungen ein wahrer Schatz“, so Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn.

Pressekonferenz Jahrespressekonferenz in einer Metallbauwerkhalle in einem Altenburger Gewerbegebiet. (Foto: Jens Paul Taubert)

Der Anspruch, einen lebendigen Dialog über Geschichte und Kultur zu führen, berührt indes nicht nur das Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Führungsprogramm. Er zeigt sich zunehmend auch in der Struktur der Mitarbeiterschaft. Mit dem Praxisjahr Restaurierung, das durch den Diplom-Restaurator Arnulf Dähne (Pons Asini) initiiert wurde und in Kooperation mit dem Lindenau-Museum und dem Diplom-Restaurator Johannes Schäfer umgesetzt wird, haben in jedem Jahrgang vier kommende Studierende die Möglichkeit, breite Erfahrungen in ihrem Berufsfeld in Altenburg zu sammeln. Das Programm ist in Qualität und Umfang bundesweit herausragend. Erstmals konnte zudem die Förderung für eine Volontariatsstelle durch das Land Thüringen erfolgreich eingeworben werden, die seit Januar im Schloss- und Kulturbetrieb besetzt ist. Zudem orientieren sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Kultur junge Erwachsene über kommende Berufsfelder des Kulturbereiches im Schloss- und Kulturbetrieb.
Die diesjährige Ausstellung „Intrige im Goldsaal“, die im Mai eröffnet, schreibt diesen lebendigen Dialog über den Umgang und die Bedeutung von Geschichte schließlich bis in eine Ausstellungskonzeption selbst fort. Der Schloss- und Kulturbetrieb konfrontiert sich hier mit einer Selbstbefragung: Was sammeln wir? Welche Bedeutung haben diese Gegenstände für uns? Wie werden sie präsentiert? Die Entscheidung des Schloss- und Kulturbetriebes, seine diesjährige Jahrespressekonferenz in einer Metallbauwerkhalle in einem Altenburger Gewerbegebiet zu veranstalten, ist deshalb als ein Kommentar zu den umfassenden experimentierfreudigen Programmvorhaben, außerdem zum Dialog einer Kulturkonzeption für Altenburg zu verstehen. Wird in dieser Werkhalle doch geschweißt, geschraubt und gehämmert, werden Materialien zusammengeführt, gelöst und moduliert – und ist jeder Werkprozess, wie in der Kulturarbeit, ein mühsamer und mitunter schweißtreibender Suchprozess nach neuen, streitbaren, gewinnbringenden und vielleicht auch überraschenden Lösungen.
Christian Horn
Schloss- und Kulturbetrieb

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Kontaktdaten
Schloss- und Kulturbetrieb Residenzschloss Altenburg
www.residenzschloss-altenburg.de
info@residenzschloss-altenburg.de
Telefon: 03447 512712
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