Büchertreff in der Stadtbibliothek

19.02.2018

Brisanter Briefwechsel

„Fremde Eltern. Zeitgeschichte in Tagebüchern und Briefen 1933–1945“ – das ist der Titel des Buches, um das es im nächsten Büchertreff der Stadtbibliothek gehen wird. Die Autorenlesung mit Joachim Krause, Ellen Krause und Gottfried Dombrowski findet am Mittwoch, dem 28. Februar 2018, um 15.30 Uhr statt. Die Mitarbeiter der Bibliothek in der Lindenaustraße 14 bitten um telefonische Voranmeldung unter (03447) 315058.

Wie kam es zu der Veröffentlichung? Ihr ging eine brisante Entdeckung auf dem Dachboden des Pfarrhauses voraus. Lange nach dem Tod seiner Eltern (1995/2000) und 70 Jahre nach dem frühen „Heldentod“ seines Onkels findet Joachim Krause fast 2000 Briefe, die sie sich in den Jahren 1933 bis 1945 geschrieben haben, dazu einige Tagebücher.
Wie beim Zusammensetzen eines Puzzles gewinnt in den Texten nach und nach ihr damaliges Denken, ihr Leben und Handeln Konturen. Die drei jungen Leute suchen Orientierung, und sie streiten – über den Nationalsozialismus und die Juden, über den Sinn von Krieg und Tod, über Sexualmoral und Glaubensfragen. Die Mutter erweist sich als glühende Verehrerin Hitlers, der Onkel als fanatischer Offizier, nur der Vater bewahrt sich eine gewisse kritische Distanz zur nationalsozialistischen Ideologie. Ihre Briefe werden zu authentischen Zeugnissen der Zeitgeschichte.
»Solch ungeschönte Stimmen aus der Vorzeit lassen uns begreifen, welcher Welt die heutige entstammt. Wir hören, wer unsere Eltern waren, bevor wir sie kannten.« (Christoph Dieckmann).
Joachim Krause wurde 1946 in Ehrenhain in Thüringen geboren, hat seine Kindheit größtenteils in Schönberg (Westsachsen) verbracht, das Abitur in Meerane, danach das Chemie-Studium an der TU Dresden absolviert, war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter für Material- und Umweltschutz in einem Institut in Dresden und nebenbei Textdichter für die DDR-Rockmusik-Gruppen Lift, Panta Rhei, Klaus Lenz, Puhdys und andere.
Seit 1978 betätigte er sich aktiv in der kirchlichen Umweltbewegung der DDR und nahm von 1979 bis 1982 ein Fernstudium der Theologie auf. Seit 1982 wohnt er in Schönberg, einem kleinen Dorf in der Nähe von Meerane in Südwest-Sachsen. Von 1982 bis 2010 war er Beauftragter für Glaube, Naturwissenschaft und Umwelt in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Sachsen. Als Verfasser zahlreicher Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen recherchierte und transkribierte er nun die Hinterlassenschaften seiner Eltern und entschloss sich gemeinsam mit seinen Geschwistern zur Herausgabe dieser authentischen Dokumente.


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