Denkmalschutzpreis für Meißnerstraße 11

28.08.2018

„Vorbildliche Leistungen bei
Fassadeninstandsetzung“

Denkmalschutzpreis Jugendstilwohnhaus in der Meißnerstraße 11. (Fotos: Ronny Seifarth)

Die unabhängige Jury zur Vergabe des Denkmalschutzpreises der Stadt hat am 7. und am 13. August getagt und ihre Entscheidungen getroffen. Demnach erhalten die Eheleute Kurt und Maria Schlenker aus Ingolstadt den Preis für die vorbildlichen Leistungen bei der Fassadeninstandsetzung des Jugendstilwohnhauses in der Meißnerstraße 11. Zunächst war die Wahl auf die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Altenburg gefallen, die den Preis für die vorbildlichen Leistungen bei der Wiederherstellung und Restaurierung der bauzeitlichen Ausmalung der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche erhalten sollte. Diese Entscheidung musste aber revidiert werden, da sie nicht im Einklang mit den Vergaberichtlinien steht, wonach juristische Personen des öffentlichen Rechts von der Preisvergabe ausgeschlossen sind. Die Kirchgemeinde erhält aber eine Anerkennungsurkunde.
In diesem Jahr waren fristgerecht fünf Vorschläge eingereicht worden. Die Vergabe des „Johann-Georg-Hellbrunn-Preises“ der Stadt Altenburg an die Eheleute Kurt und Maria Schlenker wird wie folgt begründet: Das dreigeschossige Jugendstilwohnhaus mit Vorgarten und Einfriedung wurde im Jahre 1911 von Bauunternehmer Ernst Barthel für den Tischler Louis Müller erbaut. Der verputzte Massivbau unter ausgebautem Satteldach mit Zwerchhaus und stehenden Gauben ist mit seinem zeittypischen Putzdekor in Formen des Jugendstils ein wesentlicher raum- und gestaltbildprägender Bestandteil des Denkmalensembles „Stadterweiterung um 1910“ der Stadt Altenburg. Das Erdgeschoss des Hauses wurde in früherer Zeit jahrelang als Gaststätte „Bürgergarten“ genutzt und später zu Wohnraum umgestaltet. Gemäß der für das Ensemble typischen Gestaltung der Außenanlagen ist dem Haus eine schlichte, aber zeittypische Einfriedung aus Kunststeinsäulen und einem Lattenzaun vorgelagert.
Im Zuge der im Jahre 2016 begonnenen kompletten Instandsetzung haben die Eheleute Schlenker die Jugendstilfassade und die Einfriedung des Hauses nach denkmalfachlichen Vorgaben und gemäß dem ehemals vorhandenen Bestand originalgetreu restauriert und instand gesetzt. Besonderes Augenmerk lag dabei unter anderem auf der Rekonstruktion des zerstörten Frontspießes mit Bekrönungselementen im Dachbereich der Straßenfassade, der Bearbeitung der Schmuckfassade mit Stuckelementen sowie der denkmalgerechten Erneuerung der Fenster als profilierte Holzrahmenfenster und der Aufarbeitung der mehr als 100 Jahre alten Hauseingangstür.
Die Eheleute Kurt und Maria Schlenker sind bereits seit 1994 in Altenburg tätig und haben seit dieser Zeit die zum Denkmalensemble gehörenden Wohnhäuser Meißnerstraße 9, Meißnerstraße 15, Körnerstraße 7 und Martin-Luther-Straße 3 komplett instandgesetzt und dabei jeweils die denkmalgeschützten Schmuckfassaden der Häuser in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde vorbildlich denkmalgerecht bearbeitet.
Alle Arbeiten an den Gebäuden wurden jeweils mit Firmen aus der Stadt Altenburg beziehungsweise der Region ausgeführt. Das Haus Meißnerstraße 11 ist als ein wichtiger raum- und gestaltbildprägender Bestandteil des Denkmalensembles „Stadterweiterung um 1910“ in der Denkmalliste der Stadt Altenburg erfasst.

Eine Anerkennungsurkunde erhält:
Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Altenburg für die vorbildlichen Leistungen bei der Wiederherstellung und Restaurierung der bauzeitlichen Ausmalung der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche. Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde hat als Eigentümer und Bauherr die originale Ausmalung der Apsis der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche, welche vermutlich in den 1950er Jahren übermalt wurde, freilegen, restaurieren und wiederherstellen lassen. Auf der Grundlage restauratorischer Befunduntersuchungen und historischer Fotos wurde damit ein wichtiges und prägendes Gestaltungselement des Kirchenraumes gewissermaßen zurückgeholt und damit vorbildliche Leistungen zur Erhaltung und Pflege bei der Instandsetzung denkmalpflegerisch wertvoller Details und Bauteile eines Kulturdenkmals und vorbildliche handwerkliche Einzelleistungen vollbracht.

Eine weitere Anerkennungsurkunde erhält die Erbengemeinschaft Bruno Wagner, vertreten durch Herrn Ulrich Wagner aus Neu-Isenburg, für die vorbildlichen Leistungen bei der Fassadeninstandsetzung des Kulturdenkmals Wallstraße 35. Die Erbengemeinschaft Wagner hat als Eigentümer und Bauherr die Fassaden des in markanter Ecklage zwischen Wallstraße und Brückchen gelegenen Wohn- und Geschäftshauses Wallstraße 35 vorbildlich instandgesetzt. Das Haus Wallstraße 35 wurde baueinheitlich mit dem Haus Nr. 36 in den Jahren 1904 und 1905 nach Plänen des Al-tenburger Baumeisters Gustav Fiedler an der Stelle einer zuvor abgebrochenen älteren Bebauung errichtet.
Die Fassaden weisen mit ihrer architektonischen Gestaltung, dem Schmuckwerk aus Stuck, dem Zierfachwerk, den Bleiglasfenstern und dem kunstvoll gestalteten Balkongeländer typische Elemente des Jugendstils auf.
Bei der Fassadeninstandsetzung wurden Putz-, Stuck-, Maler- und Zimmererarbeiten durchgeführt. Die Fassadenfarbgebung erfolgte auf der Grundlage der Ergebnisse einer restauratorischen Befunduntersuchung nach originalem Vorbild. Das Wohn- und Geschäftshaus Wallstraße 35 ist als Kulturdenkmal und als Bestandteil des Denkmalensembles „Rote Spitzen“ in der Denkmalliste der Stadt erfasst.

Eine weitere Anerkennungsurkunde erhält der Förderverein „Zukunftswerkstatt Paul-Gustavus-Haus Altenburg e. V.“ für seine vorbildlichen Aktivitäten und Initiativen zur Rettung, Sicherung und Bewahrung sowie zur Erhaltung und Pflege des Kulturdenkmals Wallstraße 29. Der am 29. Oktober 2009 gegründete Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, das Wohn- und Geschäftshaus sowie die Bauten der alten Malzfabrik des Altenburger Fabrikanten Paul Gustavus zu erhalten, zu restaurieren und zu nutzen.
Durch die engagierte Arbeit des Vereins konnte dieses vom Verfall und von Verwahrlosung bedrohte wichtige Kulturdenkmal gerettet, gesichert und nutzbar gemacht werden. Dank der fleißigen Arbeit der Vereinsmitglieder und vieler Freunde wurden in den letzten Jahren umfangreiche Bauleistungen in einzelnen Bereichen und an unterschiedlichen Bauteilen des Hauses durchgeführt. So wurden im Spätsommer des Jahres 2017 unter anderem die gefährdeten Sgraffitobilder der Straßenfassade gesichert und restauratorisch bearbeitet.
Durch seine kulturelle Arbeit hat der Verein den Gebäudekomplex einer öffentlichen Nutzung zugeführt und sich zu einer regelrechten kulturellen Institution in der Stadt Altenburg entwickelt.

Die Preisverleihung erfolgt auch in diesem Jahr im Rahmen des 14. Marstallkonzertes zur feierlichen Eröffnung des „Tag des offenen Denkmals“ am Freitag, 7. September, um 19.30 Uhr. Der Preisträger erhält aus den Händen des Oberbürgermeisters André Neumann eine Urkunde und einen Scheck über 2.500 Euro.


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