Denkmalschutzpreis der Stadt Altenburg 2019

15.08.2019

„Johann-Georg-Hellbrunn Preis“ für ehemalige
Fabrikantenvilla Käthe-Kollwitz-Straße 46

Denkmalschutzpreis Die ehemalige Fabrikantenvilla Käthe-Kollwitz-Straße 46 erhielt den Denkmalschutzpreis 2019.

Am 8. August 2019 tagte die Jury zur Vergabe des Denkmalschutzpreises der Stadt Altenburg.
Die Mitglieder der Jury waren: Frau Andrea Schappmann (Vertreter des Sponsors), Frau Romy Strobel (stellv. Kreishandwerksmeisterin), Frau Jutta Penndorf (Vertreterin des Sozial- und Kulturausschusses des Stadtrates der Stadt Altenburg), Herr Peter Müller (Vorsitzender des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses des Stadtrates der Stadt Altenburg) und Herr Jürgen Fröhlich für die Untere Denkmalschutzbehörde.
In diesem Jahr standen drei Vorschläge zur Auswahl.
Nach einem Stadtrundgang zur Besichtigung der vorgeschlagenen Objekte und eingehender Diskussion der Vorschläge wurden durch die Jury folgende einstimmige Entscheidungen getroffen:

1. Der „Johann-Georg-Hellbrunn-Preis“ der Stadt Altenburg soll im Jahr 2019 an die „Altenburg Immobilien GbR Lucas und Thomas Sperr“ aus Stuttgart für die vorbildlichen Leistungen zur Erhaltung und Pflege, die vorbildlichen Leistungen bei einer Fassadeninstandsetzung und die vorbildlichen Leistungen bei der Instandsetzung denkmalpflegerisch wertvoller Details des Kulturdenkmals Käthe-Kollwitz-Straße 46 vergeben werden.

Die repräsentative gründerzeitliche Villa Käthe-Kollwitz-Straße 46 wurde im Jahre 1888 nach Plänen des Altenburger Baumeisters Knoll für den Altenburger Nähmaschinenfabrikanten Kommerzienrat Hermann Köhler errichtet.
Das zweigeschossige Gebäude mit Erkertürmchen und Schmuckgiebeln befindet sich in markanter Ecklage zwischen der Käthe-Kollwitz-Straße und der Thümmelstraße. Die Fassaden werden durch eine Materialkombination aus Schmuckklinkern und stuckverzierten Putzflächen sowie durch die besonders aufwändig verzierten bauzeitlichen Holzkastenfenster in einem kräftigen Rotfarbton geprägt.
Auch die typisch gründerzeitliche, repräsentative, zweiflügelige Hauseingangstür mit rundem Oberlicht und Vordach stammt noch aus der Bauzeit.
Im Inneren des Hauses sind die originale Raumstruktur und eine Vielzahl von bauzeitlichen und späteren Ausstattungsdetails wie Stuckdecken, Türen mit historischen Beschlägen, Bleiverglasungen und ein Teil der Bodenbeläge erhalten.

Die Herren Lucas und Thomas Sperr haben dieses Kulturdenkmal im Jahre 2016 nach jahrelangen Leerstand erworben und in den letzten Jahren mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail sowie in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde komplett Innen und Außen denkmalgerecht instandgesetzt.
So wurden u.a. verdeckte Stuckdecken freigelegt und fachgerecht restauriert und die mehr als 130 Jahre alten Holzfenster restauriert und mit einer zweiten Glasebene zum Wärmeschutz ergänzt.

Seit dem Herbst des Jahres 2018 wird das Haus durch die Horizonte gGmbH als Kinderheim genutzt.

Mit der kompletten denkmalgerechten Instandsetzung des Gebäudes Käthe-Kollwitz-Straße 46 haben Lucas und Thomas Sperr vorbildliche Leistungen zur Erhaltung und Pflege eines Kulturdenkmals, bei einer Fassadeninstandsetzung sowie bei der Instandsetzung denkmalpflegerisch wertvoller Bauteile/Details vollbracht.
Diese vorbildlichen Leistungen werden mit dem Denkmalschutzpreis der Stadt Altenburg „Johann-Georg-Hellbrunn“ 2019 gewürdigt.


Die Preisträger erhalten eine Ehrenurkunde und
einen Geldpreis in Höhe von 2.000 Euro.

Denkmalschutzpreis Eine Anerkennungsurkunde für das Kulturdenkmal Uhlandstraße 10.

2. Eine Anerkennungsurkunde sollen erhalten:

Frau Eva-Maria Leibold und Herr Tony Schnoor für ihre vorbildlichen Leistungen zur Erhaltung und Pflege (Inneninstandsetzung) des Kulturdenkmals Uhlandstraße 10.

Das Doppelhaus Uhlandstraße 8/10 wurde in den Jahren 1927/1928 nach Plänen des Architekten Henry van de Velde und Schülers Thilo Schoder aus Gera für die beiden Geschäftsführer der „Bauhütte Ostthüringen“ Kurt Döberitz und Oskar Möbius im Stile der Bauhausarchitektur errichtet.
Frau Leibold und Herr Schnoor haben den Hausteil Nummer 10 im Jahre 2017 erworben und danach in einem ersten Bauabschnitt im Jahre 2018 im Innern nach denkmalpflegerischen Vorgaben und im Einklang mit modernen Wohnanforderungen instandgesetzt.
Dabei wurden die bauzeitliche Raumstruktur, die bauzeitlichen Innentüren mit Beschlägen und das originale Treppenhaus mit bauzeitlicher Farbgebung erhalten und instandgesetzt. In einem nächsten Bauabschnitt werden derzeit
die Grundstücksmauer und die Außentreppen denkmalgerecht instandgesetzt, bevor im Jahre 2020 die Fassadeninstandsetzung ausgeführt werden soll.
Mit der Inneninstandsetzung haben beide Eigentümer vorbildliche Leistungen zur Erhaltung und Pflege eines Kulturdenkmals vollbracht. Hierfür erhalten sie eine Anerkennungsurkunde und einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro.


Denkmalschutzpreis Die Fassadeninstandsetzung des Wohnhauses Pauritzer Straße 1 wurde ebenfalls durch eine Anerkennungsurkunde gewürdigt. (Fotos: Ronny Seifarth)

Die WAG Wohnungsgenossenschaft „Altenburg-Glashütte“ für vorbildliche Leistungen bei der Fassadeninstandsetzung des Wohnhauses Pauritzer Straße 1

Das äußere Erscheinungsbild, die Gebäudekubatur und die Fassadengestaltung des heutigen, in großen Teilen neu errichteten, Wohnhauses Pauritzer Straße 1 deuten auf eine Bauzeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Denkmalpflegerische Untersuchungen während der notwendigen Abbrucharbeiten im Jahre 2011 haben jedoch ergeben, dass sich hinter der einheitlichen Fassade des 19. Jahrhunderts mindestens zwei ehemalige kleinere ältere Einzelhäuser aus der Zeit um 1580 und 1660 verborgen hatten. Das an dieser stadtgeschichtlich und städtebaulich hochwichtigen Nahtstelle zwischen dem Brühl als dem ersten Altenburger Markt und dem Eingang in die zum Verlauf der alten Handelsstraße „Via Imperii“ gehörenden Pauritzer Straße noch ein Haus steht, ist das Ergebnis einer rund 25 Jahre dauernden regelrechten Odyssee. Zugleich ist es aber auch ein besonderer und unschätzbarer städtebaulicher Erfolg, der über die lange Zeit vielen „Vätern“ zu verdanken ist.
Nachdem ein Eigentümer aus den alten Bundesländern das Haus Anfang der 1990er Jahre erworben hatte, ließ er es über rund 14 Jahre regelrecht verwahrlosen. Das Haus und sein Bauzustand entwickelten sich über die Jahre immer mehr zu einem Problem. Schließlich beschloss der Stadtrat der Stadt Altenburg im Jahre 2009 nach kontroverser Debatte den Kauf des Hauses.
Das erklärte Ziel dieser Entscheidung bestand damals darin, an diesem wichtigen Standort keine Baulücke entstehen zu lassen. In den folgenden Jahren wurden durch die Stadt Altenburg im Zuge des sogenannten „Zwischenerwerbermodells“ mit Hilfe von Städtebaufördermitteln umfangreiche Abbruch-, Notsicherungs- und Rohbauarbeiten an den Fassaden, den Decken und der Dacheindeckung des Hauses ausgeführt.
Im Jahre 2016 erwarb die Wohnungsgenossenschaft „Altenburg-Glashütte“ e.G das Gebäude von der Stadt Altenburg um es auszubauen und um darin sechs attraktive und moderne Wohnungen im historischen Stadtzentrum zu errichten.
Dabei wurden auch die schlichte Schmuckfassade nach denkmalpflegerischen Vorgaben instand gesetzt und im bauzeitlichen Originalfarbton gestrichen sowie nach historischem Vorbild profilierte Holzrahmenfenster eingebaut.
Ein großzügiger Innenhof mit PKW-Stellplätzen, ein Aufzug und ein traumhafter Schlossblick haben dafür gesorgt, dass bereits alle Wohnungen vergeben sind.
Im Zuge der umfangreichen Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten hat die WAG Wohnungsgenossenschaft „Altenburg-Glashütte“ eine vorbildliche Leistung bei einer Fassadeninstandsetzung vollbracht. Diese Leistung wird mit einer Anerkennungsurkunde und einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro gewürdigt.

Die Preisverleihung und die Übergabe der Anerkennungsurkunden erfolgt durch den Oberbürgermeister der Stadt Altenburg im Rahmen des 15. Marstallkonzertes zum Tag des offenen Denkmals am 6. September 2019 in der Brüderkirche.
Alle interessierten Altenburger Bürger und Gäste unserer Stadt sind zu dieser kostenlosen öffentlichen Veranstaltung herzlich eingeladen.


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