Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag

18.11.2019

Geschichte und Gegenwart verknüpft

Volkstrauertag Kranzniederlegung auf dem Altenburger Friedhof. (Fotos: Ronny Seifarth)

Die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Altenburg am vergangenen Sonntag fand einen erfreulichen Zulauf. Gemeinsam mit dem Landkreis und dem ökumenischen Arbeitskreis hatte die Stadt Altenburg eine rund einstündige würdige Gedenkveranstaltung organisiert. In der Gottesackerkirche, die extra für diesen Zweck geöffnet wurde, versammelten sich über 80 Gäste, um gemeinsam der Opfer von Krieg, Vertreibung, Verfolgung oder Terror zu gedenken. Politisch wie selten zuvor verband die Veranstaltung die Ursprünge des Volkstrauertags mit der aktuellen Situation. Pfarrer Andreas Gießler sprach als Vertreter für den ökumenischen Arbeitskreis, Vizelandrat Matthias Bergmann für den Landkreis.

Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann erhielt von vielen der Teilnehmer für seinen Redebeitrag im Nachgang großen Zuspruch. Er hatte unter anderem auch auf die aktuellen Herausforderungen hingewiesen und sich ganz konkret auf die verächtliche, ausgrenzende und drohende Sprache von Spitzenpolitikern bezogen, die beängstigende Parallelen zum Ende der Weimarer Republik aufweisen würden.

„Wir können uns glücklich schätzen, seit über 70 Jahren im Frieden leben zu dürfen. Und dennoch wirkt die Vergangenheit, wirkt der Schmerz von Krieg und Vertreibung, noch bis heute in nahezu jede Familie. Deshalb ist es auch so wichtig, Gedenktage wie den heutigen nicht als gesellschaftspolitische Pflichttermine zu verstehen, sondern die große Bedeutung des Erinnerns für die Gegenwart und Zukunft zu begreifen“, so das Stadtoberhaupt. Und weiter: „Wir können tatsächlich Einfluss auf Politik und Gesellschaft nehmen, wenn wir nur offen, tolerant und in gegenseitiger Achtung ins Gespräch kommen. Es ist gerade der Einzelne, der in einer Gruppe von Meinungsführern den Ausschlag für Veränderungen geben kann. Deshalb müssen wir uns zu Wort melden, wenn wir Intoleranz, Unmenschlichkeit oder sonstiges Unrecht empfinden. Wir müssen uns artikulieren. Es lohnt sich!“.

Die Veranstaltung wurde vom Posaunenchor Altenburg musikalisch begleitet. Seinen Abschluss fand sie mit einer Kranzniederlegung und einem gemeinsamen Gebet auf dem Kriegsgräberfeld für die Opfer des Ersten Weltkriegs.


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