Ernestinum wird Sitz der Stadtbibliothek

16.10.2020

Ziel: Offenes Haus mit Wohlfühlatmosphäre

Das Josephinum sorgte für reichlich Schlagzeilen, weil es sich in den nächsten Jahren in eine einzigartige Spielewelt verwandeln soll. Doch auch das leerstehende Gebäude gegenüber, das Ernestinum, soll schon bald aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Die Pläne, dort die Stadtbibliothek einzuquartieren, sind gereift. Der verantwortliche Architekt Detlef Mevius vom beauftragten Planungsbüro „iproplan“ aus Chemnitz stellte den aktuellen Stand des Vorhabens in der jüngsten Bauausschusssitzung vor.

Das Ernestinum ist ein U-förmiges, fünfgeschossiges Gebäude, wobei die beiden Dachgeschosse nicht genutzt werden sollen. Konzipiert ist die neue Bibliothek als offenes, von Lebendigkeit geprägtes Haus. Detlef Mevius sprach im Bauausschuss vom „Wohnzimmer der Stadt“. Die Bibliothek soll neben ihrer ureigensten Aufgabe, dem Verleih von Büchern und Medien, künftig als geselliger Treffpunkt für Menschen jeden Alters dienen. Die große Aula soll als Veranstaltungssaal auch Dritten, etwa Vereinen, zur Verfügung stehen.

Ein wichtiges Ziel der vorgestellten Planung ist die Herstellung von Wegeverbindungen zu den Nachbarn, konkret zum „Dritte-Welt-Laden“ und der Music Hall. Der Haupteingang zur Bibliothek wird sich am Platz vor der Brüderkirche befinden. Die Barrierefreiheit wird unter anderem durch den Einbau eines Fahrstuhls erreicht.

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass der Umbau des Gebäudes im Jahr 2022 beginnt. Voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2024 soll die Stadtbibliothek am neuen Standort ihre Pforten öffnen. Der Kostenrahmen für das aufwändige Bauvorhaben liegt bei 5,6 Millionen Euro, das Gros der Summe sind Fördermittel.

Die letzte größere Baumaßnahme am Ernestinum fand in den Jahren 2012 und 2013 statt. Untersuchungen hatten zuvor ergeben, dass erhebliche Schäden im Dachbereich und an der Deckenkonstruktion über dem obersten Vollgeschoss zu beklagen waren. Deshalb wurden damals die Dach- und Deckeninstandsetzung sowie die statisch-konstruktive Instandsetzung der Außenwände bewerkstelligt – seitdem ist das Ernestinum ein altes Haus mit neuem Dach.

Das Kulturdenkmal Ernestinum gehört zum Denkmal-Ensemble „Kernstadt Altenburg mit Vorstädten“. Die Stadt hatte das Gebäude 2009 mit dem Ziel erworben, die städtebaulich wichtige Bebauung zu bewahren.

Das Kulturdenkmal hat eine bewegte Geschichte. Die Grundsteinlegung für das ehemalige Schulgebäude erfolgte am 6. August 1727. Die Arbeiten wurden vom Ratsbaumeister Johann Georg Hellbrunn geleitet. Der in der Bevölkerung geläufige Name „Ernestinum“ ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Gebäude bis 1931 das „Herzog-Ernst-Realgymnasium“ beherbergte. Von 1946 bis 1994 war das Ernestinum Sitz des Instituts für Lehrerbildung.



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