Neben Gedenkstunde auch ein Klavierkonzert

28.10.2005

Pogromnacht

Altenburg am Freitag, dem 28.10.2005

Der November ist der dunkle, der traurige Monat im Jahr. Neben dem Volkstrauertag ist es besonders auch das Gedenken an die "Reichspogromnacht" vom 9. auf 10. November 1938, das daran einen großen Anteil hat.

Für viele gesellschaftliche Kräfte sind die Gedenkstunden, die jährlich am 9. November in der Pauritzer Straße stattfinden, deshalb ein Pflichttermin. Auch in diesem Jahr wird es wieder eine solche Veranstaltung an der Gedenktafel geben. Gegen 16 Uhr wird der Posaunenchor Altenburg die musikalische Eröffnung vornehmen. Neben einigen Redebeiträgen findet natürlich auch die traditionelle Kranzniederlegung statt.

Im Anschluss an die jährlich wiederkehrende Gedenkstunde hat die Stadt Altenburg gemeinsam mit dem Altenburger Musikseminar, dem Christlichen Spalatin-Gymnasium und dem Fremdenverkehrs- und Heimatverein noch eine besondere Veranstaltung initiiert. Ab 17 Uhr wird das Spalatin-Gymnasium den Film "Spurensuche - Juden in Altenburg" vorführen, bevor ab ca. 17.30 Uhr der Meininger Pianist Peter Backhaus, Musikpädagoge und Max-Reger-Kunstpreisträger, im Bachsaal des Residenzschlosses Altenburg ein klingendes Denkmal errichtet.

Backhaus wird Klavierwerke von Komponisten jüdischer Herkunft, die in Deutschland von 1933 - 1945 als "entartet" verboten waren, - darunter Mendelssohn, Moscheles, Rubinstein und Dessau -, interpretieren. Ergänzt wird der musikalische Rahmen durch einführende Worte zu den Komponisten, deren historischer Bedeutung sowie zu den erklingenden Werken.

Der Eintritt für dieses viel versprechende Konzert wird frei sein. Trotzdem wird sich am Einlass eine Spendenbox finden, die gern mit dem ein oder anderen Euro gefüllt werden kann. Der Erlös aus der Spendenaktion soll zur einen Hälfte an das Altenburger Musikseminar gehen, um die Vereinsarbeit weiter zu unterstützen. Die andere Hälfte des Erlöses soll mithelfen, eine Idee von Dr. Günter Hauthal umzusetzen, am ehemaligen Direktionsgebäude der HASAG in der Poststraße (heute Ewa) eine Erinnerungstafel für die vielen tausend Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge eines der größten deutschen Rüstungskonzerne anzubringen.

Oberbürgermeister Michael Wolf und Anton Geerlings, Geschäftsführer der Ewa und Eigentümer des betroffenen Grundstücks, unterstützen die Aktion. "Die HASAG gehört zur Geschichte unserer Stadt sowie der Region und eine mahnende Tafel für die Opfer, die hier für die Rüstung produzieren und leiden mussten, würde einen weiteren wichtigen Schritt in der Aufarbeitung unserer Geschichte bedeuten", so das Stadtoberhaupt. Ein Textvorschlag für die Erinnerungstafel von Dr. Hauthal liegt bereits vor, das Lindenau-Museum half dankenswerterweise bei der textlichen Gestaltung mit.

Ob die Erinnerungstafel bis zum Volkstrauertag fertig wird und eingeweiht werden kann, ist derzeit noch offen. Sicher ist jedoch, dass das Stadtoberhaupt gemeinsam mit dem Initiator einen würdigen Rahmen für die Einweihung schaffen will.

Im Auftrag

gez. Repkewitz
Büro des Oberbürgermeisters


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